Eine der Lieblingsbandas von mir ist Kraftklub. Die haben auf dem letzten Album das Lied "Wenn ich tot bin, fang ich an" veröffentlicht. Viele Menschen sagen heute: Mit dem Tod ist alles vorbei. Kraftklub drehen genau diese Vorstellung um: Wenn ich tot bin, fängt etwas wieder an. Und noch erstaunlicher wird es, wenn man sich anschaut, was da angeblich anfängt. Da ist zunächst die ganz klassische Trauerszene: dunkler Himmel, schwarze Regenschirme, Menschen stehen am Grab. Also genau das, was irgendwie zu Allerheiligen gehört, wenn heute wieder Scharen von Menschen die Gräber von ihnen wichtigen Menschen auf den Friedhöfen aufsuchen.
Aber dann kippt die Szene. Denn das lyrische Ich sagt sinngemäß: Ihr müsst wegen mir nicht nur traurig sein. Irgendwann sehen wir uns wieder. Und was danach kommt, ist nicht einfach nur Schwarz. Das finde ich bemerkenswert. Denn genau da beginnt eigentlich schon etwas sehr Christliches. Nämlich die Sehnsucht: Der Tod soll nicht das letzte Wort haben.
Kraftklub formulieren kein christliches Glaubensbekenntnis. Aber sie treffen eine Sehnsucht, die uralt ist: Kann es wirklich sein, dass ein Mensch, den ich liebe, einfach weg ist? Kann seine Geschichte einfach aufhören? Kann all das, was zwischen uns war – Liebe, Freundschaft, gemeinsame Erinnerungen, gemeinsame Zeit – am Ende einfach nichts mehr bedeuten? - Ich glaube, genau an diesem Punkt beginnt auch christlicher Glaube. Nicht mit einem Beweis. Sondern mit einer Hoffnung. Und dieser Hoffnung wollen wir uns in diesem Gottesdienst genauer widmen. Mit Kraftklub und einem Bibeltext. Der Trauer und der Traurigkeit über das Fehlen einer Person, die dir wichtig ist wollen wir damit etwas Tröstliches an die Seite stellen. Also: herzliche Einladung! Uli.